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Hitzeschutz - Umgang mit hohen Temperaturen

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  1. Vorwort
  2. Geltungsbereich /Personen
  3. Ziele
  4. Risikobewertung
  5. Regelungen

Vorwort

Die aktuelle Veränderung des weltweiten Klimageschehens sorgt auch in Deutschland zunehmend für ansteigende Temperaturen. Besonders in den Sommermonaten steigen die Temperaturen auf neue Höchstwerte. Nicht nur die steigenden Höchstwerte, sondern die andauernden Hitzewellen sind besonders Belastend und führen zu einem enormen Anstieg des Risikos von Gesundheitlichen beeinträchtigen.  Daher ist es in unseren Einrichtungen besonders wichtig darauf zu achten das Raumklima für die uns anvertrauten Bewohner*innen so angenehm wie möglich zu halten.

Ältere Menschen sind durch die steigenden Temperaturen besonders gefährdet.

Geltungsbereich und Verantwortliche Personen

Die folgenden Regelungen gelten für alle Bewohner*innen, Mitarbeiter*innen und allen Besucher*innen der Einrichtungen. Verantwortlich für die Umsetzung ist die jeweilige Einrichtungsleitung. siehe Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten.

Ziele

Hohe Temperaturen und lang anhaltende Hitze können die Gesundheit beeinträchtigen. Besonders gefährdet sind ältere, pflegebedürftige und chronisch erkrankte Menschen. Ziel dieses Konzepts ist es, gesundheitliche Risiken frühzeitig zu erkennen, Hitzebelastungen zu reduzieren, hitzebedingte Notfälle zu vermeiden und im Notfall schnell und sicher zu handeln.

  1. Alle Mitarbeiter*innen sind mit dem Verfahren vertraut und setzen die Inhalte um.
  2. Alle Mitarbeiter*innen erhalten haben Planungssicherheit für ihr Handeln und können bei Unsicherheit die genaue Vorgehensweise nachlesen.
  3. Alle Bewohner*innen sind weitestgehend geschützt. Risiken sind vermindert.

Risikobewertung

Von Wärmebelastung sind alle Menschen betroffen. Die thermoregulatorische Beanspruchung des Organismus, also alle Mechanismen des menschlichen Körpers zur Aufrechterhaltung einer konstanten Körperkerntemperatur von etwa 37°C, ist an heißen Tagen besonders hoch. Wie gut Personen die Hitze verkraften, hängt stark vom jeweiligen körperlichen Befinden ab.

Besonders Betroffen sind Personen mit einer eingeschränkten Anpassungskapazität:

  • Ältere Personen (>65 Jahre)
  • Pflegebedürftige
  • Personen mit chronischen oder akuten Erkrankungen, z.B.:
    • Personen über 65 Jahren,
    • pflegebedürftigen, bettlägerigen oder in ihrer Mobilität eingeschränkten Personen,
    • Personen mit Demenz, eingeschränkter Wahrnehmung oder eingeschränkter Kommunikation,
    • Personen mit Herz-Kreislauf-, Lungen-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen,
    • Personen mit Diabetes mellitus,
    • Personen mit neurologischen oder psychischen Erkrankungen,
    • Personen mit Fieber, Durchfall, Erbrechen oder akuter Infektion,
    • Personen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf beim Trinken oder mit Schluckstörungen,
    • Personen, deren Durstempfinden vermindert ist,
    • Personen, die Arzneimittel einnehmen, welche Flüssigkeitshaushalt, Blutdruck, Schwitzen, Temperaturregulation oder Aufmerksamkeit beeinflussen,
    • Personen mit eingeschränkter Fähigkeit, Hitze selbstständig zu vermeiden oder Kühlung einzufordern,
    • Personen mit hoher Hitzeexposition, beispielsweise in stark aufgeheizten Zimmern oder bei fehlender nächtlicher Abkühlung.

Regelungen

Risikoeinschätzung

Die aktuelle Wetterlage wird in den Einrichtungen im Rahmen der Frühbesprechungen, anhand der DWD-Warnstufen 1 und 2 besprochen. Im Blick genommen werden vor allem die besonders gefährdeten Bewohner*innen. Die Pflegedienstleitungen führen in der akuten Zeit eine Übersicht der benannten Bewohner*innen Gruppe. Die Einrichtungsleitungen geben die notwendigen Interventionen bei Bedarf täglich weiter. Alle Mitarbeiter*innen beobachten, bezogen auf die aufgeführten Symptome, die Bewohner*innen.

Hitzewarnungen

Vorbereitung vor Beginn der Sommersaison

  • Die Einrichtung abonniert die Hitzewarnungen des DWD für den relevanten Standort über den DWD-Newsletter und/oder die WarnWetter-App.
  • Das Konzept, die individuelle Risikoliste, die Raum- und Kühlmöglichkeiten, die Materialbestände und die Kontaktdaten werden jährlich geprüft.
  • Mitarbeitende werden vor Beginn der Sommersaison zu Hitzewarnungen, Risikopersonen, Trinkmanagement, Notfallzeichen und Erster Hilfe unterwiesen.

DWD-Warnstufen

Der DWD unterscheidet aktuell zwei Hitzewarnstufen. Maßgeblich ist immer die aktuelle Warnmeldung des DWD für den jeweiligen Standort. Die „Gefühlte Temperatur“ berücksichtigt neben der Lufttemperatur unter anderem Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonneneinstrahlung. Eine Warnung kann deshalb auch bei einer Lufttemperatur ausgelöst werden, die nicht dem erwarteten Zahlenwert entspricht.

  • DWD-Warnstufe 1 – starke Wärmebelastung: Die Einrichtung prüft die lokale Situation und leitet die im Konzept vorgesehenen Schutzmaßnahmen ein.
  • DWD-Warnstufe 2 – extreme Wärmebelastung: Die Einrichtung führt unverzüglich eine Lagebesprechung durch, priorisiert besonders gefährdete Personen und setzt die verstärkten Schutz- und Kommunikationsmaßnahmen um.

Eine fehlende DWD-Warnung schließt eine gesundheitsgefährdende Innenraumsituation nicht aus. Hohe Raumtemperaturen, fehlende nächtliche Abkühlung, lokale Wärmequellen oder auffällige Symptome lösen unabhängig von der Warnstufe eine lokale Bewertung und gegebenenfalls Maßnahmen aus.

Maßnahmen bei DWD-Warnstufe 1

  • informiert die Pflegedienstleitung die Einrichtungsleitung
  • wird die lokale Lage im Rahmen der Frühbesprechung bewertet;
  • wird die Risikoliste der Bewohnerinnen und Bewohner geprüft;
  • werden Raumtemperaturen in Bewohnerzimmern, Aufenthaltsräumen und besonders exponierten Bereichen gemessen und dokumentiert;
  • werden Getränke aktiv und regelmäßig angeboten;
  • werden Aktivitäten, Ausflüge und körperlich belastende Angebote angepasst;
  • werden Verschattung, Lüftung, Kühlräume und verfügbare Kühlmaterialien überprüft;
  • werden Mitarbeitende, Bewohner*innen sowie Besuchende auf Schutzmaßnahmen und Warnzeichen hingewiesen.

Maßnahmen bei DWD-Warnstufe 2

  • führt die Einrichtungsleitung oder die benannte Vertretung unverzüglich eine Lagebesprechung durch;
  • werden die besonders gefährdeten Bewohnerinnen und Bewohner priorisiert und häufiger beobachtet;
  • wird ein kühler Aufenthaltsbereich nach ggf. betreut;
  • werden nicht notwendige Aktivitäten im Freien, körperlich belastende Angebote und hitzeintensive Veranstaltungen verschoben oder abgesagt;
  • werden Trinkangebote, Hilfestellungen, Einfuhrkontrollen und ärztliche Rücksprachen verstärkt;
  • werden Mitarbeitende und Besuchende über die aktuelle Lage und die geltenden Schutzmaßnahmen informiert; Getränke anbieten, Klimatisierte Räume aufzeigen.
  • werden technische Störungen, überhitzte Räume, Ausfälle von Kühlung oder Engpässe bei Getränken unverzüglich an die Einrichtungsleitung weitergegeben;
  • werden alle relevanten Maßnahmen, Auffälligkeiten und ärztlichen Kontakte dokumentiert.

Zuständigkeiten und Kommunikationswege

Funktion

Aufgaben im Hitzeschutz

Einrichtungsleitung

Gesamtverantwortung, Leitung der Frühbesprechung, Ggf. einberufen einer zusätzlichen Besprechung, Freigabe von Ressourcen, Kommunikation mit Träger und externen Stellen

Pflegedienstleitung

DWD-Warnungen empfangen, Einrichtungsleitung informieren, Maßnahmen koordinieren, Risikoliste und Dokumentation überwachen

Pflegefachkräfte

individuelle Risikobewertung, Beobachtung, Trink- und Kühlmaßnahmen, ärztliche Information, Dokumentation und Notfallmanagement

Pflege- und Betreuungskräfte

Getränke anbieten und anreichen, Bewohnerinnen und Bewohner beobachten, Aktivitäten anpassen, Auffälligkeiten sofort weitergeben

Hauswirtschaft / Küche

ausreichende Getränke, geeignete Speisen, Lebensmittelhygiene, Kühlkette und Nachschub sicherstellen

Haustechnik

Verschattung, Lüftung, Klimageräte, Messung der Raumtemperaturen, Stromversorgung, Wartung und technische Störungen bearbeiten

Alle Mitarbeitenden

Warnzeichen erkennen, eigene Gesundheit schützen, Auffälligkeiten melden und festgelegte Maßnahmen umsetzen, Besucher über Maßnahmen informieren.

 

Schutz der Mitarbeitenden und Besuchenden

  • Mitarbeitende trinken regelmäßig und nutzen die vorgesehenen Pausen- und Erholungsmöglichkeiten. Getränke werden kostenfrei zur Verfügung gestellt.
  • Arbeitsabläufe, körperlich belastende Tätigkeiten und Aufenthalte in besonders warmen Bereichen werden bei Bedarf angepasst.
  • Mitarbeitende melden eigene hitzebedingte Beschwerden frühzeitig und informieren die zuständige Leitung.
  • Besuchende und Angehörige erhalten bei Warnstufe 1 oder 2 geeignete Hinweise zu Trinkangeboten, Aufenthaltsbereichen, direkter Sonne und Warnzeichen.
  • Besuchende werden gebeten, beobachtete Beschwerden oder Veränderungen unverzüglich dem Pflegepersonal mitzuteilen.

Organisatorische Maßnahmen​​​​​​​

  • In Bewohnerzimmern, Aufenthaltsräumen und weiteren besonders belasteten Bereichen werden Temperaturmessungen durchgeführt. Damit Extrembereich bekannt sind. Die Ergebnisse mit Findung möglicher Maßnahmen erfolgt über die Einrichtungsleitung in der Frühbesprechung.
  • Fenster werden in den kühlen Tageszeiten, insbesondere frühmorgens und nachts, geöffnet. In den heißen Stunden bleiben sie geschlossen, wenn die Außentemperatur höher als die Raumtemperatur ist.
  • Außenliegende Verschattung, Rollläden, Jalousien, Markisen oder andere geeignete Maßnahmen werden frühzeitig genutzt.
  • Nicht erforderliche elektrische Geräte und Lichtquellen werden ausgeschaltet.
  • Bewohnerinnen und Bewohner können nach Möglichkeit in kühlere Räume wechseln. Dabei werden Orientierung, Einwilligung, Mobilität, Privatsphäre und Betreuungsbedarf berücksichtigt.
  • Ein oder mehrere kühle Aufenthaltsbereiche werden vor Beginn der Sommersaison festgelegt, auf ihre Eignung geprüft und bei Warnstufe 1 oder 2 nach Möglichkeit geöffnet.
    • ​​​​​​​AHF: Alle Wohnzimmer der Etagen sind mit Klimageräten ausgestattet. Die Geräte werden auf 24 Gerad eingestellt.
    • EMH: Der Saal verfügt über eine Klimaanlage. Die Anlage wird auf 24 Grad eingestellt.
  • Ventilatoren werden nicht direkt auf besonders gefährdete Personen gerichtet und nur eingesetzt, wenn sie die Situation tatsächlich verbessern. Sie ersetzen keine ausreichende Raumkühlung.
  • Mobile Klimageräte werden nur eingesetzt, wenn Aufstellort, Stromversorgung, Kondensat, Geräuschentwicklung, Filterpflege, Brandschutz und die Herstellerangaben berücksichtigt sind.
  • Feuchte Tücher oder Verdunstungskühlung werden nur bei geeigneter Luftfeuchtigkeit und unter Beachtung von Hygiene, Schimmelprävention und Hautverträglichkeit eingesetzt.
  • Leichte Bettwäsche und geeignete Kleidung werden angeboten. Bei Inkontinenz wird auf Hitzestau und Hautschutz geachtet.
  • Für Stromausfall, Ausfall von Klimageräten oder unbenutzbare Räume gelten die vorhandenen Notfall- und Technikregelungen; die Bewohnerinnen und Bewohner werden bei Bedarf in geeignete kühlere Bereiche verlegt.

Pflegeprozess

Die Pflegefachkräfte prüfen bei Aufnahme, bei wesentlichen gesundheitlichen Veränderungen und spätestens vor Beginn der Sommersaison, ob besondere Hitzeschutzmaßnahmen erforderlich sind. Die Einschätzung wird in der Pflegedokumentation nachvollziehbar hinterlegt. Zu berücksichtigen sind mindestens:

  • individuelle Trinkmenge und ärztliche Flüssigkeitsrestriktionen,
  • Hilfebedarf beim Trinken und geeignete Getränkeform,
  • Schluckfähigkeit und Aspirationsrisiko,
  • Mobilität, Sturzrisiko und Fähigkeit zum selbstständigen Aufsuchen kühler Räume,
  • kognitive Einschränkungen und fehlende Gefahrenwahrnehmung,
  • relevante Erkrankungen und aktuelle Beschwerden,
  • hitzerelevante Medikamente und ärztliche Ansprechpartner,
  • bevorzugte und verträgliche Kühlmaßnahmen,
  • palliative oder individuelle Versorgungsziele.

Akute Symptome und Interventionen bei Bewohner*innen

Exsikkose (Austrocknung)

  • Schwitzen oder zu geringe Flüssigkeitszufuhr führt zu spürbarem Wassermangel im Körper
  • Symptome: Durst, trockene Haut und Schleimhaut, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Lethargie/Verwirrtheit, wenig und stark konzentrierter Urin, Verstopfung, Muskelkrämpfe
  • Hilfe:
    • Viel trinken
    • Wasserhaltige Nahrung essen
    • Elektrolyte (Mineralstoffe) zu sich nehmen, z.B. grünes Gemüse, Erdnüsse, Mandeln, Eier, Käse, Kochsalz (normal gesalzene Speisen)

Hitzeausschlag

  • Schweiß kann nicht ausreichend verdunsten (durch z.B. zu enge Kleidung) und verstopft die Poren.
  • Symptome: Roter, juckender Ausschlag an Gesicht, Hals, Brustbereich, Leiste, Hoden
  • Hilfe:
    • Schwitzen minimieren (Schatten, klimatisierte Umgebung), betroffenen Bereich trocken halten
    • Kühl duschen
    • Leichte, weite Kleidung tragen
    • Bei starkem Juckreiz: Salben oder Gels mit Zink oder Kieselerde

Hitzeerschöpfung

  • Erhöhter Flüssigkeitsverlust durch starkes Schwitzen führt zu niedrigerem Blutvolumen und dadurch Absinken des Blutdrucks. Gleichzeitig steigt die Körpertemperatur.
  • Symptome: Starker Durst, Schwäche, kalte feuchte Haut, niedriger Blutdruck bei hohem Puls, schnelle schwache Atmung, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Schwindel, Abgeschlagenheit
  • Hilfe:
    • Schatten bzw. kühle Orte aufsuchen
    • Reichlich trinken
    • Abkühlen
    • Wenn Symptome länger als eine Stunde anhalten oder die Körpertemperatur über 38°C steigt, Arzt/Ärztin konsultieren

Hitzekollaps

  • Blutgefäße in Armen und Beinen weiten sich, dadurch sinkt der Blutdruck. Das Gehirn wird schlechter durchblutet.
  • Symptome: Bewusstlosigkeit, Kopfschmerzen, Schwächegefühl, Schwindel, Übelkeit, Wärmegefühl, Durst, trockene Schleimhäute, zunächst Hautrötung und starkes Schwitzen, dann Blässe und kalter Schweiß
  • Hilfe:
    • Sofort Rettungsdienst rufen! (112)
    • Schatten bzw. kühle Orte aufsuchen
    • Kühlung
    • Liegestellung
    • Kleidung öffnen
    • Flüssigkeitszufuhr

Hitzekrämpfe

  • Flüssigkeits- und Elektrolytverlust durch starkes Schwitzen bei körperlicher Belastung (z.B. Sport). Die Muskulatur reagiert darauf mit Krämpfen
  • Symptome: Schmerzhafte Muskelkrämpfe nach sportlicher Betätigung, v.a. Arme, Beine, Unterleib
  • Hilfe:
    • Aktivität einstellen
    • An kühlem, schattigem Ort ausruhen
    • Viel trinken, am besten elektrolythaltige Getränke
    • Wenn Symptome länger als eine Stunde anhalten, Arzt/Ärztin konsultieren

Hitzeödem

  • Durch Belastung des Lymphsystems sammelt sich Flüssigkeit in den kleinsten Blut- und Lymphgefäßen. Durch den Überdruck wird die Flüssigkeit ins umliegende Gewebe abgegeben.
  • Symptome: Ödeme (Schwellungen) in Unterschenkeln (speziell Knöchel), v.a. zu Beginn der heißen Jahreszeit
  • Hilfe:
    • In der Regel gehen die Schwellungen von allein zurück, wenn sich der Körper an die Hitze gewöhnt
    • Wenn die Schwellung gar nicht mehr abklingt oder schlimmer wird, Arzt/Ärztin konsultieren

Hitzschlag

  • Wenn Schwitzen keine Abkühlung mehr bringt, herrscht im Körper Wärmestau und die Körpertemperatur steigt sehr schnell sehr hoch (innerhalb von 10-15 Minuten auf über 40°C). Das Gehirn schwillt an (sogenanntes Hirnödem).
  • Bei heißem Körper, Verwirrtheit, ungewöhnlicher Schläfrigkeit, Bewusstseinsstörung, Bewusstseinsveränderungen, Bewusstlosigkeit, Krampfanfall, Kollaps, gerötete heiße trockene Haut, starke Übelkeit, starke Kopfschmerzen, oder auffälligem Verhalten sofort 112 rufen.
  • Hilfe:
    • Sofort Rettungsdienst rufen! (112)
    • Abkühlung an kühlem Ort und durch kühle Umschläge
    • überflüssige Kleidung entfernen
    • unverzüglich mit feuchten Tüchern, Luftbewegung und weiteren verfügbaren Maßnahmen kühlen.

Sonnenstich

  • Reizung der Hirnhäute durch lange Sonneneinstrahlung, in schweren Fällen auch Hirnschwellung (Hirnödem)
  • Symptome: Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, geröteter Kopf, manchmal Bewusstseinsstörungen und Krampfanfälle
  • Hilfe:
    • Schatten aufsuchen
    • Kopf und Oberkörper leicht erhöhen
    • Viel trinken
    • Abkühlung mit kalten Umschlägen
  1. Grundsätzliche Bewohner*innen bezogenen Interventionen:

Extreme Hitze meiden

  • Aktivitäten im Freien, insbesondere körperlich anstrengende, wenn möglich auf morgens oder abends verlegen
  • Der Tagesablauf und die Angebote werden der Hitze angepasst
  • Direkte Sonne vermeiden
  • Spaziergänge am besten im Wald, Park oder in Wassernähe

Körperkühlung

  • Luftige, helle Kleidung (am besten aus Naturfasern) und Kopfbedeckung tragen. Zusätzlich mit Sonnencreme vor UV-Strahlung schützen!
  • Kühle Dusche oder Fuß-, Arm-, Ganzkörperbad
    (Nicht zu kalt! Sonst sind Kreislaufprobleme und übermäßiges Schwitzen die Folge, da der Blutdruck steigt)
  • Alle Bewohner*innen, insbesondere immobile Bewohner*innen werden mehrmals täglich und zur Nacht mit einem nassen Waschlappen abgewaschen, Haut wird abgetupft.
  • In der Mobilität eingeschränkte Bewohner*innen eher in einem Liegesessel als Rollstuhl positionieren.  
  • Kühlende Lotionen oder Sprays verwenden
  • Luftbewegung erzeugen mit Fächer oder Ventilator
    (Ventilatoren nur bis ca. 35°C einsetzen! Die Luft kann dann den Körper nicht mehr kühlen, sondern kann sogar die Überhitzung fördern)
  • Es wird leichte Bettwäsche, bzw. nur ein Laken/Kissenbezug verwendet, die Anzahl der Kissen sollte so gering wie möglich gehalten werden.

Ess- und Trinkgewohnheiten anpassen

  • Leichte, kühlende Mahlzeiten (z.B. kalte Suppen, Salate) und Lebensmittel mit hohem Wasseranteil (z.B. Obst, Gemüse) verzehren
  • Auf eiweißreiche Lebensmittel eher verzichten (z.B. Fleisch, Hülsenfrüchte)
  • Ausreichend trinken: Als allgemeine Orientierung können 1,5 bis 2 Liter pro Tag genannt werden, sofern keine individuelle Einschränkung besteht, am besten lauwarmes/kühles (nicht kaltes!) Wasser, ungesüßte, gekühlte Tees und Saftschorlen. Auch ohne Durstgefühl etwas trinken, z.B. stündlich ein Glas
  • Bei Bewohner*innen die wenig trinken sind Einfuhrpläne anzulegen
  • Auf Alkohol, koffeinhaltige Getränke wie Kaffee und stark zuckerhaltige Getränke verzichten – Zucker entzieht dem Körper Wasser, Alkohol und koffeinhaltige Getränke belasten den Kreislauf!
  • Ausreichend Mineralstoffe zu sich nehmen, um den Verlust durch das Schwitzen auszugleichen
  • Medikamenteneinnahme mit Arzt/Ärztin besprechen:
    • Manche Medikamente beeinflussen den Wärme- und Flüssigkeitshaushalt. Setzen Sie Medikamente nicht eigenhändig ab, sondern besprechen Sie die Einnahme mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin! Einige Medikamente wie blutdrucksenkende Mittel, ACE-Hemmer oder Diuretika können bei Hitze eine veränderte Wirkung zeigen. Diese sollten bei hohen Temperaturen niedriger dosiert werden.

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